Ein Kaminofen als Zusatzheizung entlastet die Zentralheizung an kalten Tagen und sorgt für Wärme im Wohnzimmer, auch wenn Gas oder Strom teurer werden. Doch wie günstig ist Heizen mit Holz wirklich? In diesem Ratgeber rechnen wir die Kosten pro Kilowattstunde Wärme nach, vergleichen sie mit Gas, Wärmepumpe und Strom und zeigen, worauf es beim Anschluss an den Schornstein ankommt.

Kurz gesagt

Mit gekauftem Buchenholz kostet eine Kilowattstunde Wärme aus dem Kaminofen rund 12 bis 13 Cent. Das liegt etwa auf dem Niveau einer Gasheizung, deutlich unter einer direkten Stromheizung und über einer Wärmepumpe mit eigenem Tarif. Am meisten sparen Sie, wenn Sie Holz günstig beziehen, es gut trocknen und den Ofen richtig bedienen.

Was kostet Brennholz 2026?

Das Technologie- und Förderzentrum Bayern (TFZ) erhebt regelmäßig die Preise für Scheitholz. In der Erhebung von 2026 kostet ofenfertiges Buchenholz mit 33 cm Scheitlänge im Durchschnitt rund 145 Euro pro Raummeter, Fichte rund 110 Euro, jeweils inklusive Mehrwertsteuer und Lieferung im Umkreis von 10 km. Umgerechnet auf den Energiegehalt sind das bei Buche etwa 9,4 Cent und bei Fichte etwa 9,6 Cent pro Kilowattstunde.

Fichte ist pro Raummeter günstiger, enthält aber auch weniger Energie, weil das Holz leichter ist. Pro Kilowattstunde liegen beide Holzarten deshalb nah beieinander. Meterware, die Sie selbst sägen und spalten, ist pro Kilowattstunde etwas günstiger.

Vom Holzpreis zum Wärmepreis

Nicht die ganze Energie im Holz kommt als Wärme im Raum an. Ein Teil geht mit den Abgasen durch den Schornstein. Die 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV) schreibt für neue Kaminöfen, dort Raumheizer mit Flachfeuerung genannt, einen Wirkungsgrad von mindestens 73 % vor. Rechnen wir mit 75 %, kostet eine Kilowattstunde Wärme aus Buchenholz rund 12,5 Cent.

Für 1.000 kWh Wärme ergibt sich damit folgender Vergleich:

  • Kaminofen mit gekauftem Buchenholz: rund 125 Euro
  • Gas-Brennwertkessel: rund 133 Euro
  • Wärmepumpe mit Wärmepumpentarif: rund 80 Euro
  • Direkte Stromheizung: rund 370 Euro

Die Werte für Gas, Wärmepumpe und Strom stammen aus dem Heizkostenvergleich 2026/27 von Fussbodenheizungswelt.de, der mit den aktuellen Durchschnittspreisen des BDEW rechnet und alle Annahmen offenlegt. Ihr eigener Tarif kann davon abweichen.

Wann sich der Kaminofen als Zusatzheizung lohnt

Der Vergleich zeigt: Mit gekauftem Holz ist der Kaminofen keine Sparmaschine, sondern etwa so teuer wie Gas. Lohnend wird er vor allem in diesen Fällen:

  • Günstiges Holz: Wer Holz aus dem eigenen Garten, vom Forstbetrieb oder als Meterware zum Selbstspalten bezieht, heizt deutlich günstiger als mit gekauftem Kaminholz.
  • Kein CO2-Preis auf Holz: Auf Erdgas und Heizöl fällt in Deutschland ein CO2-Preis an. Für Brennholz gilt das nicht. Ab 2028 soll der CO2-Preis für Gas und Öl in den europäischen Emissionshandel übergehen, wie hoch er dann liegt, ist offen.
  • Entlastung der Hauptheizung: An kalten Abenden übernimmt der Ofen das Wohnzimmer, die Zentralheizung kann dort niedriger laufen.
  • Unabhängigkeit: Bei einem Ausfall der Heizung oder des Stroms bleibt mindestens ein Raum warm.

So holen Sie mehr Wärme aus dem Holz

  • Trockenes Holz verwenden: Feuchtes Holz liefert deutlich weniger Wärme, weil ein Teil der Energie für das Verdampfen des Wassers verloren geht. Die 1. BImSchV erlaubt höchstens 25 % Restfeuchte, ideal sind rund 15 bis 20 %. Ein Feuchtemessgerät kostet wenig und zeigt schnell, ob das Holz bereit ist.
  • Von oben anzünden: Das Feuer brennt sauberer und gleichmäßiger, es entsteht weniger Rauch.
  • Nicht drosseln, sondern nachlegen: Ein Feuer, das mit zu wenig Luft schwelt, verschmutzt den Schornstein und verschenkt Energie. Lieber kleinere Mengen öfter nachlegen.
  • Auf den Schornsteinzug achten: Zieht der Schornstein zu schwach, brennt das Feuer schlecht. Zieht er zu stark, verschwindet die Wärme nach oben. Ein Zugbegrenzer kann helfen.

Der Anschluss an den Schornstein

Ein Kaminofen braucht einen geeigneten Schornstein. Ist kein Schornstein vorhanden oder ist der vorhandene Schacht belegt, kann ein doppelwandiger Edelstahlschornstein außen an der Hauswand eine Lösung sein. Den Ofen verbinden Sie über ein Rauchrohr mit dem Schornstein.

Wichtig ist der passende Querschnitt: Er hängt vom Ofen, von der wirksamen Höhe des Schornsteins und von der Leitungsführung ab. Sprechen Sie vor dem Kauf mit Ihrem Bezirksschornsteinfeger. Er nimmt die Feuerstätte vor der ersten Inbetriebnahme ab und kennt die Vorgaben vor Ort, zum Beispiel zu Abständen und zur Mündungshöhe über dem Dach.

Und die übrigen Räume?

Ein Kaminofen wärmt vor allem den Raum, in dem er steht. In das Bad oder ins Obergeschoss gelangt die Wärme kaum. Für einzelne Räume, die nur morgens und abends warm sein müssen, nutzen viele Hausbesitzer deshalb eine kleine elektrische Fußbodenheizung. Sie ist pro Kilowattstunde teurer als Holz, braucht aber wenig Einbauaufwand und läuft nur, wenn der Raum genutzt wird. Für ein kleines Bad mit kurzen Heizzeiten bleiben die Stromkosten überschaubar.

Wenn Sie wissen möchten, welcher Schornstein zu Ihrem Ofen passt: wir beraten Sie kostenlos, auch telefonisch unter 02324-344 2383. Halten Sie das Typenschild des Ofens und die geplante Höhe des Schornsteins bereit.

Edelstahlschornsteine ansehen

Quellen